Im Kielwasser der Wikinger

In der späten Wikingerzeit wurde im Roskilde-Fjord ein System aus Sperren errichtet, das es möglich machte, den Seeweg zur Stadt zu kontrollieren. Drei ausgediente Schiffe wurden hinaus an die schmalste Stelle beim Dorf Skuldelev geschleppt. Die Schiffe wurden mit Steinen gefüllt und in der Fahrrinne versenkt. Nach 20 Jahren wurde die Sperre um weitere zwei Schiffe verstärkt. Damit wurde eine effektive Verteidigung im Fjord aufgebaut.
Tausend Jahre später konnte eine der wichtigsten Ausgrabungen in Dänemark beginnen...

Der Fund der fünf Skuldelev-Schiffe öffnete die Türen zur Welt der Wikingerzeit. Die Schiffe stellen eine einzigartige Sammlung verschiedener Schiffstypen dar, die für die Fischerei, den Handel, die Verteidigung und die Kriegsführung genutzt wurden. Sie spiegeln eine Gesellschaft wider, die sich am Meer orientierte und neue Horizonte anpeilte. Und sie erzählen von der Seefahrt, die die Küsten verband und die Menschen über die Denkweisen, Religionen und Traditionen hinweg zusammenführte.

Die Skuldelev-Schiffe bilden das Fundament des Wikingerschiffsmuseums. Die Funde haben die Entwicklung eines Arbeitsumfelds begünstigt, in dem Archäologen, Historiker, Handwerker und Segler Brücken zwischen Theorie und Praxis bauen. Die Rekonstruktion der Schiffe und das Fahren mit den Schiffen sind feste Bestandteile der Arbeit. Das Museum ist heute international führend im Bereich der experimentellen Schiffsarchäologie.

Mit den rekonstruierten Schiffen fahren wir im Kielwasser der Wikinger über das offene Meer und längs der europäischen Küsten. Und die Versuchsfahrten enden nicht, wenn die Schiffe wieder im Hafen liegen. Die Reisen stacheln die Neugier an und werfen neue Fragen auf. Das Zusammenspiel zwischen Mensch, Schiff und Meer ist noch immer mit vielen ungelösten Rätseln verbunden.